Deutsche Bahn ist 2008 bereit für eine Teilprivatisierung


30 Mrz 2007 [08:10h]     Bookmark and Share



2006 erfolgreichstes Jahr der Unternehmensgeschichte / Verkehrsleistung deutlich höher / Umsatz plus 20 Prozent / EBIT steigt auf 2,5 Milliarden Euro

Die Deutsche Bahn AG hat mit dem Geschäftsjahr 2006 alle wirtschaftlichen Ziele auf dem Weg zu einer Teilprivatisierung erreicht. „Aus unternehmerischer Sicht können sich private Kapitalanleger 2008 an der DB beteiligen“, sagte der DB-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn heute in Berlin auf der Bilanz-Pressekonferenz. Gleichzeitig wurden Arbeitsplätze im Konzern gesichert. Das erfolgreichste Jahr in der DB-Geschichte komme somit auch den Beschäftigten und dem Standort Deutschland zugute. Mehdorn: „Wir haben erneut mehr Verkehr auf die Schiene gebracht, Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert sowie unsere Stellung als ein international führender Logistiker ausgebaut.“

Die DB AG erbrachte noch nie eine so große Verkehrsleistung im Schienenpersonen- und -güterverkehr. Auch deshalb weist der heute vorgestellte Geschäftsbericht Verbesserungen in allen wesentlichen operativen und finanziellen Kennzahlen auf. Die Zahl der Reisenden stieg um 3,9 Prozent auf 1,85 Milliarden, im Schienengüterverkehr erzielte die DB AG ein Plus von 10 Prozent auf 96,4 Milliarden Tonnenkilometer. Im europäischen Landverkehr konnte das Sendungsvolumen um 10 Prozent gesteigert werden. Im weltweiten Luftfrachtmarkt konnte im Export ein Volumenzuwachs von 16 Prozent verzeichnet werden und im weltweiten Seefrachtmarkt betrug das Plus 18 Prozent.

Auch alle finanziellen Kennziffern entwickelten sich positiv. Der Umsatz stieg um 5,0 Milliarden Euro auf 30,1 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBIT, Earnings before Interest and Taxes) um 1,1 Milliarden Euro auf 2,5 Milliarden Euro; bereinigt um Sondereffekte auf 2,1 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss erreichte 1,7 Milliarden Euro und lag damit 1,1 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert.

Für das Geschäftsjahr 2007 erwartet der DB-Konzern eine leichte Steigerung des Umsatzes sowie des operativen Ergebnisses vor Sondereffekten. „Wir haben im Jahr 2006 gezeigt, dass unsere Strategie aufgeht und der DB-Konzern ein leistungs- und zukunftsfähiges Unternehmen ist“, sagte Mehdorn.

Umsatz und Ertragskraft deutlich verbessert

Positiv geprägt wurde das Berichtsjahr insbesondere durch ein gutes konjunkturelles Umfeld, umfassende Angebotsverbesserungen, die Inbetriebnahme neuer Schieneninfrastruktur, den erfreulichen Verlauf der Fußball-Weltmeisterschaft sowie die starke und weiter ausgebaute Präsenz des DB-Konzerns in allen internationalen Wachstumsregionen. Damit ist es gelungen, die führenden Marktpositionen in den für den DB-Konzern relevanten Märkten zu bestätigen oder sogar auszubauen.

Deutliche Zuwächse im Schienenpersonen- und -güterverkehr sowie in der internationalen Logistik sorgten dabei maßgeblich für ein Umsatzplus von 20 Prozent oder 5,0 Milliarden Euro auf insgesamt 30,1 Milliarden Euro (im Vorjahr: 25,1 Milliarden Euro). Auf vergleichbarer Basis, also insbesondere ohne Einbeziehung des im Jahr 2006 erworbenen US-Logistikers BAX Global, betrug die Umsatzsteigerung 8 Prozent.

Finanzvorstand Diethelm Sack: „Wir haben im Geschäftsjahr 2006 unsere Ertragskraft weiter deutlich gesteigert. Damit bewegen wir uns weiter planmäßig auf die Erreichung unserer Zielgrößen zu.“

Die Brutto-Investitionen lagen mit 6,6 Milliarden Euro erneut auf hohem Niveau (Vorjahr 6,4 Milliarden Euro). Damit war der DB-Konzern auch im Jahr 2006 wieder einer der größten Investoren in Deutschland.

Positive Entwicklung der Geschäftsfelder

Die positive Entwicklung des DB-Konzerns wurde breit über die Geschäftsfelder getragen. So war die operative und wirtschaftliche Entwicklung in den Geschäftsfeldern insgesamt sehr erfreulich. Besonders bemerkenswert war die Entwicklung im Geschäftsfeld Railion. Hier ist es früher als erwartet gelungen, zu deutlich positiven operativen Ergebnissen zurückzukehren. Das Geschäftsfeld Fernverkehr konnte die im Vorjahr vollzogene Trendwende bestätigen und zeigte erneut verbesserte Ergebnisse. Schenker erzielte sowohl unter Einbeziehung der neu akquirierten Gesellschaften (insbesondere BAX Global) als auch auf vergleichbarer Basis absolut und relativ starke Zuwächse. Das Geschäftsfeld Regio konnte seine guten Vorjahresergebnisse im Berichtsjahr weiter ausbauen.

Verkehrsträger Schiene baut Marktanteile weiter aus

Im Schienenpersonenverkehr stieg die Verkehrsleistung des DB-Konzerns im Geschäftsjahr 2006 um 3 Prozent auf 74,8 Milliarden Personenkilometer. Somit konnte der Marktanteil in einem insgesamt leicht rückläufigen deutschen Personenverkehrsmarkt weiter ausgebaut werden. Im Schienengüterverkehr erhöhte sich die Verkehrsleistung um 10 Prozent auf 96,4 Milliarden Tonnenkilometer. Der Schienenverkehr in Deutschland – also inklusive der DB-Wettbewerber – entwickelte sich mit zweistelligen Zuwachsraten im Personen- und Güterverkehr sehr erfreulich. Insgesamt wies die Schiene im deutschen Güterverkehrsmarkt im Jahr 2006 mit 12 Prozent von allen Verkehrsträgern die höchste Wachstumsrate auf.

DB-Chef Mehdorn: „Der deutliche Verkehrsleistungszuwachs im Schienenverkehr in Deutschland und die Marktanteilsgewinne zeigen, dass die umweltfreundliche Schiene sich im Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern behaupten kann.“

Die internationalen Logistikmärkte haben sich auch 2006 mit hoher Dynamik entwickelt. Schenker hat sich dabei auch ohne Berücksichtigung von BAX Global sehr gut entwickelt: Mit der im Geschäftsjahr 2006 begonnenen Integration des US-Logistikers BAX Global in Schenker konnte der DB-Konzern seine Wettbewerbsposition im weltweiten Transport- und Logistikgeschäft deutlich ausbauen und rangiert nun weltweit auf Platz zwei dieser Branche.

Geschäftsjahr 2007: Weitere Umsatz- und EBIT-Steigerungen als Ziel

Für das laufende Jahr geht der DB-Konzern von einem insgesamt positiven Geschäftsverlauf aus. Der Konzern erwartet einen leicht steigenden Umsatz. In der besonders deutlichen EBIT-Verbesserung im Geschäftsjahr 2006 spiegeln sich auch Sondereffekte wider, insbesondere die Auswirkungen des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts über bahnpolizeiliche Leistungen durch die Bundespolizei. Das EBIT wird daher voraussichtlich nicht wieder den Wert des Geschäftsjahres 2006 erreichen. Bereinigt um die Sondereffekte erwartet der Konzern aber, dass sich das EBIT weiter verbessern wird. Der DB-Konzern liegt damit unverändert in seinem langjährigen Verbesserungstrend.

„Das Jahr 2007 wird sehr entscheidend für den DB-Konzern“, sagte Mehdorn. „Wir sind gut gestartet. In den ersten beiden Monaten liegt der Konzern wirtschaftlich erneut besser als im Vorjahr. Von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung des DB-Konzerns ist natürlich die Debatte um die Ausgestaltung der Privatisierung der Deutschen Bahn AG. Es müssen dabei die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, dass sich der DB-Konzern als europäischer Champion mit fester Verwurzelung in seinem deutschen Heimatmarkt auf allen seinen Märkten behaupten kann.“


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Verantwortlich für den Inhalt: Oliver Schumacher







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